Von Gips und Goldbronze

Kürzlich wurde das Gemälde "In März (Vorfrühling)" des Bremer Malers Fritz Overbeck restauriert - mit erstaunlichem Ergebnis. Nun wurde auch der Rahmen in der Werkstatt unseres Holz-Restaurators Dieter Lehners komplett auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt.

Der etwa 1,60 Meter hohe und 2,22 Meter breite Rahmen aus Kiefernholz ist mit vielen Verzierungen aus Stuck versehen. Darüber befindet sich rotes Poliment - eine Art Haftungsunterlage für die Blattgoldschicht, mit der der Rahmen überzogen ist. Da das Gemälde 1908 gemalt wurde, stammt vermutlich auch der Rahmen aus dieser Zeit.

Die gesamte Oberfläche des Rahmens wies vor der Restaurierung Verschmutzungen durch Staub und Schmutzablagerungen auf. An einigen Stellen waren Teile der Stuck-Verzierungen mitsamt der Blattgoldschicht abgeplatzt. Die schon offen stehenden Ecken - der Fachmann nennt sie Gehrungen - wurden nur noch durch Schrauben und Nägel zusammengehalten, die in einer früheren Restaurierung wohl recht notdürftig angebracht worden waren. "Es lässt sich nicht genau sagen, wann das war - vielleicht in den 50ern oder 60ern", so Dieter Lehners. Der Leim, mit dem der Rahmen ursprünglich geklebt worden war, hielt nicht mehr - auf der Rückseite angebrachte Eisenwinkel hielten die durch Luftfeuchtigkeit verzogenen Gehrungen in Form.

Zu Beginn der Restaurierung nahm Lehners den Rahmen erst einmal auseinander: Die Winkel wurden abgeschraubt und die Nägel mit einer Eisensäge durchgesägt. Die Überreste der Nägel - pro Gehrung etwa 8 Stück - entfernte er mit einer Kneifzange, bevor er den Rahmen reinigte. Der nächste Schritt war die Reparatur: Die abgeplatzten Stuckleisten leimte Lehners mit einer speziellen Klebermischung wieder an. Wenn Fragmente fehlten, wurden diese ersetzt. Alle Einzelteile des Rahmens konnten nun wieder zusammengeleimt werden. Um den Rahmen zu stabilisieren, schraubte Lehners an der Rückseite die Winkel wieder ein und setzte zusätzlich einen Dübel in jede Gehrung. Mit Gips und Farbe wurden letzte Retuschen vorgenommen und mit Goldbronze die Blattgoldschicht verbessert, um die Ästhetik des Rahmens wieder hervorzuheben.

Insgesamt dauerte die Restaurierung etwa eine Woche.

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