Mein Weg ins Museum

Mareike Lepszy (28) arbeitet seit Ende Januar 2017 als wissenschaftliche Volontärin am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.
Welche Aufgaben sie in ihrem zweijährigen Volontariat hat und was ihr besonders gut gefällt, das wollten wir ganz genau wissen und haben nachgefragt.

Was ist ein Volontariat?

Lepszy: Ein Volontariat ist der typische Einstieg in den Arbeitsbereich Museum nach dem Studium. Es dauert in der Regel zwei Jahre, in denen man einen möglichst breitgefächerten Überblick über die unterschiedlichen Fachbereiche bekommt. Ziel eines Volontariats ist es, danach für die Bearbeitung von Aufgaben in einem Museum qualifiziert zu sein, um später beispielsweise als Ausstellungskuratorin zu arbeiten.

Welche Aufgaben haben Sie als wissenschaftliche Volontärin am Landesmuseum?

Lepszy: Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich erhalte Einblicke in die Sammlung, in Methoden der Erhaltung und Bewahrung der Objekte, aber auch deren Dokumentation und Erforschung. Die Planung und Konzeption von Ausstellungen zählen ebenso dazu wie die Bereiche Bildung und Vermittlung oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. So lerne ich den gesamten Museumsalltag kennen. Ich arbeite jetzt seit Anfang 2017 im Landesmuseum. In meinem ersten Jahr hatte ich direkt die Möglichkeit, an Ausstellungen mitzuwirken. Dazu gehörten vor allem Aufgaben wie die Anfertigung der Objektbeschilderungen, das Erstellen eines Hängeplans für die Kunstwerke aber auch die Bearbeitung von Werbemitteln. Auch bei der Einrichtung unserer neu konzipierten Kunstgewerbeabteilung habe ich mitgearbeitet. Hier hatte ich unter anderem die Aufgabe, Wand- und Objekttexte zu schreiben. Aber auch bei der Planung, wo welches Werk seinen Platz findet, konnte ich mich einbringen. Interessant für mich war zudem die umfangreiche Schenkung von Glas- und Porzellanobjekten eines Ehepaars für unsere Abteilung Kunstgewerbe und Design. Ich durfte die Sammlerstücke inventarisieren, bearbeiten und kunsthistorisch einordnen. Eine wirklich spannende Arbeit. Zukünftig würde ich mich gerne noch näher mit dem Thema der Provenienzforschung beschäftigen.

Können Sie mir exemplarisch eine besondere Aufgabe nennen, an der Sie gearbeitet haben?

Lepszy: Gerade habe ich eine kleine Kabinettschau kuratiert. Dabei handelt es sich um die Ausstellung zur Oldenburger Grafikerin und Portraitistin Marie Stein-Ranke. Sie läuft noch bis Anfang Juli im Prinzenpalais. Begonnen habe ich die Arbeit mit der Sichtung der Bestände unseres Hauses. Daraufhin habe ich eine Auswahl an Werken getroffen, die für die Ausstellung in Frage kommen. Presse- und Wandtext sowie die Beschilderungen mussten erstellt werden. Aber beispielweise auch die Auswahl von Motiven für Shopartikel wie Postkarten gehörten dazu. Diese Aufgaben habe ich in enger Zusammenarbeit mit dem Team als Kuratorin übernommen. Hinzu kommt natürlich die kunsthistorische Auseinandersetzung mit dem Thema der Ausstellung und den einzelnen Werken, an deren Erkenntnissen die Besucher dann beispielsweise im Rahmen von Führungen teilhaben können. Die Arbeit an meiner ersten eigenen, kleinen Kabinettausstellung hat mir sehr viel Freude bereitet.

Wie sind Sie zu dem wissenschaftlichen Volontariat gekommen?

Lepszy: Alles begann mit meinem Studium der Kunstgeschichte und der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft in Kiel. Während des Studiums absolvierte ich ein Praktikum im Museum und konnte dann eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft an der Kieler Kunsthalle annehmen. Dort blieb ich knapp zwei Jahre. In dieser Zeit konnte ich viele Erfahrungen sammeln und hatte gleichzeitig Spaß an der Arbeit. Da dieser Bereich nun das sein sollte, was ich später gerne machen möchte, ist der Weg über ein Volontariat, das der praktischen Vertiefung des theoretischen Studiums dient, der übliche. Also habe ich mich dazu entschieden mich auf entsprechende Stellen zu bewerben. So habe ich das Volontariat am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg bekommen. Im Anschluss daran strebe ich eine Promotion an, um später vielleicht eine der leider sehr rar gesäten Stellen im wissenschaftlichen Museumsbereich zu bekommen.

Welche waren Ihre bisherigen persönlichen Highlights?

Lepszy: Ich erinnere mich an die Anfangszeit, als ich bei der ersten großen Ausstellung zum deutschen Pop Art-Künstler Werner Berges mitwirken durfte, die Leihgaben ankamen und ausgepackt wurden. Die großformatigen, in bunten Farben leuchtenden Originale dann vor sich stehen zu sehen, war wirklich spannend und aufregend zugleich. Generell finde ich es aber immer schön, fertige Ergebnisse und Produkte der getanen Arbeit zu sehen, seien es eben Ausstellungen, dazugehörige Katalogbücher oder auch ein Werbeflyer, dessen Entstehungsprozess man bisher nur am PC begleitet hatte.

 

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