Neu in der Sammlung

Design aus Skandinavien, Italien und Deutschland 


Die Objekte der Kunstgewerbesammlung gehören zu den Highlights im Schloss. Zurzeit wird die Abteilung im Bibliotheksflügel komplett umgestaltet, das Farb- und Beschriftungskonzept sowie die Beleuchtungsregie werden überarbeitet. Vergessene Schätze aus dem Depot erhalten wieder einen Platz in der Ausstellung und neue Objekte kommen hinzu - wie eine Sammlung von deutschen, italienischen und skandinavischen Designobjekten aus dem 20. Jahrhundert. Sie stammen aus dem Besitz von I. und W. Funke, die seit den 1970er Jahren Design sammeln. Rund 60 Exponate haben sie dem Landesmuseum für das "neue" Kunstgewerbe geschenkt. Hier sind einige Beispiele, die ab Spätsommer in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Timo Sarpaneva (Entwurf), Iittala Glasbruk (Hersteller), Vase „Orkidea“, 1953, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide

Timo Sarpaneva: "Orkidea"

Die im Jahr 1953 vom finnischen Designer Timo Sarpaneva entworfene Vase "Orkidea" ist - typisch für nordisches Design - an die Formen und Materialien der Natur angelehnt. So simuliert die runde Aussparung der skulptural anmutenden Vase den natürlichen Lebensraum von Orchideen an Bäumen. Sie erhielt ursprünglich den Namen Maailman Kaunein - die Schönste der Welt - und gewann 1954 den Grand Prix der X. Triennale in Mailand. In Produktion ging der Entwurf bei Iittala Glasbruk.

J. H. Quistgaard: "Kobenstyle"

Anklänge an die Natur finden sich auch in dem fast zur selben Zeit, 1954, von Jens Harald Quistgaard gestalteten Fondue der Linie "Kobenstyle". Der Däne gab dem aus emailliertem Eisenblech geformten Topf einen hölzernen Griff. Dieses Element setzte er in Form von Standfüßen und einem weiteren kleinen Griff auch im dazugehörigen Gestell ein. Produziert wurde das Fondue von der Firma Dansk Designs.

J. H. Quistgaard (Entwurf), Dansk Designs (Hersteller), Fondue “Kobenstyle”, 1954, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide
Luigi Colani (Entwurf), PF Rosenthal (Hersteller), Teeservice „Drop", 1971, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide

Luigi Colani: "Drop"

Anfang der 1970er Jahre wurde das Teeservice "Drop" von Luigi Colani entworfen und von der Porzellanfabrik Rosenthal produziert. Mit seinen organischen Tropfen-Formen fügt es sich in die Reihe der an die Natur angelehnten Stücke ein.

Fulvio Bianconi/Paolo Venini: "Fazzoletto"

Zu den Klassikern der venezianischen Glaskunst zählt die sogenannte "Taschentuch-Vase" (ital. Fazzoletto) des Italieners Fulvio Bianconi, die er im Jahr 1948 zusammen mit Paolo Venini entwarf. Bis heute wird das Design in verschiedensten Farbvarianten produziert, wobei jedes Exemplar einzigartig ist, da es aus Murano-Glas handgefertigt und mundgeblasen wird. Dieses Exemplar stammt vom Hersteller Venini.

Fulvio Bianconi, Paolo Venini (Entwurf), Venini (Hersteller), Vase “Fazzoletto”, 1948, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Wilhelm Wagenfeld (Entwurf), Vereinigte Lausitzer Glaswerke (Hersteller), Vorratsgeschirr “Kubus”, 1938, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Wilhelm Wagenfeld: "Kubus"

Ästhetik und Pragmatik zu vereinen suchte bereits der im Jahr 1900 in Bremen geborene Designer Wilhelm Wagenfeld, als er 1938 Vorratsbehälter aus Glas für den damals noch jungen Haushaltshelfer Kühlschrank entwarf. Nachdem er festgestellt hatte, dass runde Töpfe und Teller viel ungenutzten Raum im Kühlschrank einnehmen, entwickelte Wagenfeld stapelbares, eckiges Vorratsgeschirr aus Glas. Es sollte die Speisen einerseits frisch halten, andererseits durch die Schönheit der Form aber auch ansehnlich genug sein, um auf den Esstisch gestellt zu werden. Hergestellt wurden die Vorratsbehälter bei den Vereinigten Lausitzer Glaswerken.

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