Kunstwerk des Monats

November 2017

Walter Dexel (Entwurf), Vase „Dexel-Ei“, um 1937 (Entwurf)
Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) Geislingen/Steige (Ausführung)
Ikora-Glas mit orange-rotem Zwischendekor
Höhe 14 cm, Durchmesser 11 cm
Erworben 2017 als Geschenk aus der Sammlung I. und W. Funke
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Inv. 30.938

 

Als Ikora-Gläser werden Glasprodukte bezeichnet, die ab 1927 in der Glashütte der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) Geislingen/Steige hergestellt wurden und sich durch kunstvoll-spielerische und zumeist sehr farbenprächtige Dekore auszeichnen. Der Name Ikora ist – in Anspielung auf die häufig in leuchtendem Rot erscheinenden Blüten-dolden, die zum kräftigen Grün der Blätter in einen farbstarken Kontrast treten – von dem tropischen, vor allem in afrikanischen und asiatischen Gebieten beheimateten Ixora-Strauch abgeleitet worden.

Durch eine Schenkung gelangten in jüngster Zeit einige Stücke aus der Ikora-Serie der WMF in die Sammlung des Landesmuseums Oldenburg. Zu ihnen zählt auch das sogenannte „Dexel-Ei“. Die nach einem Entwurf von Walter Dexel (1890–1973) so benannte eiförmige Vase wurde in unterschiedlichsten Dekoren und in zwei Größen, 14 und 16 cm Höhe, produziert. Gestaltet ist das „Dexel-Ei“ aus dickwandigem farblosem Glas. Der Rand der Öffnung ist nach innen gestülpt, wodurch der Eindruck der Ei-Form hervortritt. Das in der Wandung zwischen zwei farblosen Glasschichten befindliche Zwischenschichtdekor des Oldenburger Exemplars reicht von einem tiefen orange-roten Korallton im unteren Bereich der Vase zu einer hellen Gelb-Weiß-Färbung am oberen Rand. Durchzogen werden die Farbverläufe von vereinzelten schwarzen Pigmenten, die vorwiegend im orangefarbenen Teil zu sehen sind. Das obere Drittel weist zudem kleinere und größere Lufteinschlüsse auf. Um derartige Farbvarianten zu erzeugen, wurden für die Dekore der Ikora-Gläser größtenteils Silbersalze verwendet, die auf andere Farb-stoffe einwirken und eine Vielfalt an Farben hervorbringen.

In den 1930er Jahren stieß der in München geborene Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker Walter Dexel als freier Mitarbeiter zur Württembergischen Metallwarenfabrik. Über seine Tätigkeit als Designer ist bis heute vergleichsweise wenig bekannt. Nach seinem Studium in München und seiner Promotion in Jena hatte Dexel zunächst als freier Maler und Grafiker gearbeitet, bevor er die Ausstellungsleitung des Jenaer Kunstvereins übernahm. In dieser Zeit, zwischen 1919 und 1925, pflegte er zudem enge Kontakte zum Bauhaus in Weimar.
Durch ihre farbenprächtigen sowie musterreichen und vielfältigen Dekore üben Ikora-Gläser wie das „Dexel-Ei“, deren Produktion 1954 eingestellt wurde, auch heute noch eine große Faszination auf den Betrachter aus, zumal jedes Ikora-Glas hinsichtlich seines Dekors einzigartig ist.

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