Das FSJ Kultur im Landesmuseum

Ich bin Hannah, 18 Jahre alt und komme aus der Nähe von Oldenburg. Seit September letzten Jahres bin ich als FSJlerin Kultur am Landesmuseum Oldenburg.

Erstmal für diejenigen, die mit dem Begriff "FSJ Kultur" nicht viel anfangen können: Das steht für Freiwilliges Soziales Jahr. Früher gab es nur das "normale" FSJ, die Freiwilligen gingen hauptsächlich in Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime. Mittlerweile kann man ein FSJ auch in kulturellen, politischen oder schulischen Institutionen machen.

Viele - und so auch ich - nutzen das FSJ als eine Phase der Orientierung zwischen Schule und Berufsleben. Ich hatte keinen festen Plan, in welche Richtung ich nach meinem Abitur gehen wollte. Mir war jedoch recht schnell klar, dass ich praktisch arbeiten wollte - ein Studium hätte Lernen bedeutet und davon hatte ich während meiner Abiturvorbereitungszeit genug. Eine Ausbildung direkt nach der Schule widerstrebte mir jedoch, da ich damit gewissermaßen schon eine Richtung festlegen würde, in die mein Berufsleben gehen würde. Ich wollte etwas anderes, etwas, das mir in erster Linie Spaß machen sollte, wobei ich lernen könnte - nicht im klassischen Sinne, sondern durchs "Machen" - und etwas, das mir Zeit verschaffen würde, bis ich eine Entscheidung in Sachen Beruf treffen wollte. Ziemlich hohe Ansprüche, doch ich bin sehr froh, dass mein FSJ Kultur sie erfüllt.

Mein Aufgabenbereich ist mit "Schnittstelle Museumspädagogik und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" betitelt. Ich bin also in zwei verschiedenen Arbeitsbereichen tätig - eine sehr abwechslungsreiche Mischung. Einen großen Teil der Arbeit in der Museumspädagogik stellen Schulklassen- und Kursangebote dar. Dabei gibt es viele verschiedene Angebote: Im Zusammenhang mit Schulprogrammen zu Sonderausstellungen kommen besonders viele Klassen ins Museum. Aber auch darüber hinaus gibt es viele Veranstaltungen, die sich mit den Sammlungen des Museums beschäftigen. Die Programme sind meistens so aufgebaut: Erst wird Kunst angeschaut, besprochen und erlebt, dann wird Kunst gemacht. Wir gehen also nach dem theoretischen Teil in die Kreativwerkstätten des Museums, ziehen Kittel über und gestalten mit Farbe, Kleber, Draht und/oder vielen weiteren Materialien kleine Kunstwerke zum Mit-nach-Hause-nehmen. Zur museumspädagogischen Arbeit gehört natürlich auch das Planen und Vorbereiten von eben diesen Angeboten. Wir denken uns gerade das Schulprogramm zur kommenden Sonderausstellung "Werner Berges - Pop Art" aus!
Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist ebenfalls sehr vielfältig. Sie richtet sich immer nach den aktuellen Ausstellungen und Themen und variiert somit ständig. Die Homepage muss aktuell gehalten werden, über Facebook halten wir interessierte Museumsbesucher auf dem Laufenden, ebenso über den E-Mail-Newsletter, den wir einmal im Monat versenden. Hierzu suchen wir nach Themen, sammeln Informationen, schreiben Texte, machen Fotos - alles für einen ansprechenden Auftritt im Internet. Auch Tätigkeiten wie das Erstellen von Presseinformationen, Pressespiegeln und das Vorbereiten von Pressekonferenzen gehören dazu.

Die Mischung aus Büroarbeit und Tätigkeiten direkt in den Ausstellungen und in den Kreativwerkstätten gefällt mir sehr. Ich bekomme Einblicke in einen Museumsalltag, lerne viel über eigenständiges Arbeiten und Teamarbeit, erlebe verschiedene Berufe und habe mit tollen Leuten zu tun.

Zusätzlich gehören zu einem FSJ Kultur noch Seminare. Fünf Mal innerhalb der 12 Monate kommen für je eine Woche viele FSJler aus dem Bereich Kultur zusammen. Wir reden über alles, was uns so beschäftigt und toben uns in Kreativaktionen aus. Das ist toll, da man so in Kontakt kommt mit Menschen, die in der gleichen Situation stecken wie man selbst. Wir alle nehmen jedes Mal viele Inspirationen und Anregungen zum Nachdenken aus diesen Seminaren mit.

Gute Nachrichten: Das Landesmuseum wird auch im nächsten Durchgang (2017/2018) einen FSJ Kultur-Platz anbieten! Die Bewerbung läuft über den Träger, die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Niedersachsen e.V. Hier erfahren Interessierte alles, was man wissen muss, z.B. über die Voraussetzungen für ein FSJ, den Bewerbungsprozess etc. Wichtig: Man kann sich nicht direkt bei einer Einsatzstelle bewerben, sondern reicht zuerst einmal eine allgemeine Bewerbung für ein FSJ Kultur bei der LKJ ein. Später kann man dann Wünsche äußern.
Wenn es sonst noch Fragen zum FSJ im Landesmuseum Oldenburg gibt, stehe ich auch gerne zur Verfügung. Viel Glück!


Kontakt:

Hannah Stelljes
FSJlerin Kultur
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Telefon: (04 41) 220 73 71
h.stelljes@landesmuseen-ol.de

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