Wir feiern Jubiläum!

Vor 150 Jahren wurde das Oldenburger Augusteum als erstes Kunstmuseum im Nordwesten und Standort der Großherzoglichen Gemäldegalerie eröffnet: Errichtet innerhalb von zwei Jahren, von 1865 bis 1867, und gestaltet im Stil der florentinischen Renaissance, wurde der repräsentative Galeriebau am 19. Juni 1867 der Öffentlichkeit übergeben.

Architekt Heinrich E. Klingenberg empfing an diesem Tag den Großherzog Nikolaus Friedrich Peter, der das Gebäude in Erinnerung an seinen Vater Paul Friedrich August gestiftet hatte, und das Königspaar von Griechenland, Amalie von Oldenburg und Otto I. Nach einer ersten Ansprache wurde die Eingangstür geöffnet, nach einer abermaligen Ansprache im Treppenhaus konnte sich das neugierige Publikum einen Eindruck von dem prachtvollen Museumsbau verschaffen. Die großherzogliche Kapelle spielte Beethovens "Die Weihe des Hauses" und Carl Maria von Webers "Jubelouvertüre". In einem Seitenkabinett standen Gipsabgüsse antiker Plastiken, die manche der Besucher aufgrund ihrer Nacktheit entsetzten, wie die Oldenburger "Nachrichten für Stadt und Land" berichteten: "In welchem Maße bei dem Eintritte in den Saal sich unser Schamgefühl verletzt fühlte, vermögen wir nicht zu schildern. [...] Wenn der Menge Menschen wegen der Saal nicht fuglich geschlossen sein konnte, so hätte man wenigstens die anstößigen Bilder umhüllen sollen." Wenige Tage später wurden auch die Räume im Erdgeschoss übergeben, in denen der Oldenburger Kunstverein seine Ausstellungen organisieren sollte, während die Großherzogliche Gemäldegalerie im Obergeschoss installiert wurde.

Zeichnung eines unbekannten Künstlers, vor 1900
Zeichnung eines unbekannten Künstlers, vor 1900
Historische Fotografie der Großherzoglichen Galerie, um 1900
Historische Fotografie der Großherzoglichen Galerie, um 1900

Die Großherzogliche Gemäldegalerie im Augusteum bildete die Keimzelle der Museen im Oldenburger Land und war der Stolz der nordwestdeutschen Kulturlandschaft. Bis 1918 zählte die Sammlung im Augusteum zu den herausragenden Altmeister-Kollektionen im Deutschen Reich, besucht, bewundert und bearbeitet von Reisenden und den führenden Kunsthistorikern ihrer Zeit.

Als Besitz der Großherzöge von Oldenburg verkehrte sich ihr Schicksal nach dem Ende der Monarchie im November 1918 jedoch zum Menetekel: Als einer der ersten abgesetzten Landesfürsten ließ der ehemalige Großherzog Friedrich August etliche Hauptwerke der Sammlung schnell außer Landes bringen, um sie von hier aus meistbietend zu veräußern, was einen deutschlandweiten Protest auslöste. Auch wenn die Großherzogliche Gemäldegalerie seither nicht mehr vollständig ist, bildet das Augusteum bis heute das Herzstück der Museumslandschaft der Region. Über Jahrzehnte waren hier bedeutende Sonderausstellungen des Oldenburger Kunstvereins, der Vereinigung für junge Kunst und des Landesmuseums zu sehen, seit 1981 gehört es zum Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Ausstellungsraum "Aufbruch in die Neuzeit"
Ausstellungsraum "Aufbruch in die Neuzeit"
Willem Claesz. Heda, Frühstücksstillleben, 1645
Willem Claesz. Heda, Frühstücksstillleben, 1645
Ausstellungsraum "Das Goldene Zeitalter"
Ausstellungsraum "Das Goldene Zeitalter"

Das Augusteum konnte - nach zweijährigen Sanierungsarbeiten - im Dezember 2015 wiedereröffnet werden und zählt zu den schönsten Galeriebauten Norddeutschlands. Wie in seiner Gründungszeit steht es nun wieder für die Präsentation von Alten Meistern und modernen Künstlern zur Verfügung. Während im farbig gestalteten Erdgeschoss der Kernbestand der Galerie Alte Meister präsentiert wird, der für das Landesmuseum erhalten geblieben ist, beherbergen die modernisierten "white cubes" im Obergeschoss Ausstellungen, die weit über das Oldenburger Land hinaus strahlen.

Zum Jubiläum ist - nach über zweijähriger kunsthistorischer Detailarbeit, die durch Forschungsmittel des Landes Niedersachsen ermöglicht wurde - ein Katalog der Großherzoglichen Gemäldegalerie Oldenburg erschienen, wie sie bis 1918 im Augusteum zu sehen war: Er dokumentiert das Schicksal der Gemäldegalerie und ihrer knapp 400 Einzelwerke und präsentiert erstmals vollständig den Reichtum der ehemaligen Sammlung ausführlich in Wort und Bild. Etliche der ehemals in Oldenburg gezeigten Werke sind heute in alle Welt verstreut. Die Publikation ist an unseren Museumskassen zum Subskriptionspreis von 49 € (bis 31. Oktober 2017, danach 69 €) erhältlich.

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen im Augusteum

Jeden 2. Sonntag im Monat
15 - 16 Uhr
Treffpunkt: Kasse Augusteum
Eintritt zzgl. 3 €

Themenführung
Sammeln für Oldenburg

Anlässlich des 150. Augusteumsgeburtstags: Wie ist die Sammlung des Landesmuseums entstanden? Wie ist sie durch die Jahrhunderte gewachsen und welche Verluste musste sie erleben?

Sa., 15. Juli,
So., 9. September
jeweils 15 - 16.30 Uhr
Dr. Natalie Geerlings, Kunsthistorikerin
Treffpunkt: Kasse Augusteum
9 €
Anmeldung erforderlich: (04 41) 220 73 44

Themenführung am Tag des offenen Denkmals
150 Jahre Augusteum

Macht und Pracht in Oldenburg - dafür steht auch das Augusteum. Vor 150 Jahren wurde es als erstes Kunstmuseum Oldenburgs unter Großherzog Nikolaus Peter Friedrich (1827-1900) erbaut. Die Führung präsentiert die Galerie Alte Meister des Landesmuseums als ursprünglichen Standort der Großherzoglichen Gemäldegalerie.

So., 10. September
jeweils 15 - 16 Uhr
Dr. Natalie Geerlings, Kunsthistorikerin
Treffpunkt: Kasse Augusteum
Eintritt 6 € / ermäßigt 4 €
die Führungsgebür entfällt

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Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

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Eintrittspreise:
6 €, 4 € ermäßigt
Kinder (7 - 17 Jahre): 1,50 €
Familienkarte: 10