Exotische Pflanzen

Blumenwelten von Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff

26. Mai bis 19. August 2018 im Augusteum


Seit jeher bewundern die Menschen Blumen und Blüten. Auch für Künstler sind die Farbenpracht und Formenvielfalt in der Pflanzenwelt eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Aufzucht und der Import immer neuer Blumenarten aus fernen Ländern alltäglich wurden, erweiterte sich für die Maler der Moderne das Motivrepertoire um neue, faszinierende Pflanzen. Emil Nolde (1867–1956) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) teilten diese Faszination besonders. Vor allem die exotischen Zierpflanzen, die zwar in Europa kultiviert, ursprünglich aber aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika eingeführt wurden, waren beliebte Motive der beiden Expressionisten. Auch blühende Kakteen und andere Sukkulenten, die sich in den 1920er Jahren großer Beliebtheit erfreuten, finden sich im Werk beider Künstler.

Nolde gelangte im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts durch die Beschäftigung mit Pflanzen und Blumen in der Ölmalerei zur Farbe als seinem wichtigsten Ausdrucksmittel: »Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen«. Dabei waren ihm der heimische Garten und seine Kakteensammlung ebenso Inspirationsquelle wie Pflanzen, die er auf seiner Südsee-Reise oder im Botanischen Garten in Berlin entdeckte. Ihm ging es in erster Linie um die Schönheit und Farbkraft der Blüten.

Schmidt-Rottluff begann sich erst in den 1920er Jahren Blumenmotiven zu widmen und legte den Fokus vor allem auf die Form, die er durch markante Linien nachzeichnete. Ihn interessierte das »stille Leben der Dinge«, was sich in den Arrangements von Blumen in Vasen und Töpfen zeigt, die in ihrer Vereinzelung den Charakter von Stillleben annehmen. Trotz dieser unterschiedlichen Zugänge zum Motiv fanden beide Künstler die optimale Ausdrucksform für ihre Darstellungen im Medium des Aquarells. Nolde konnte hier sein Bestreben nach Unmittelbarkeit und Spontanität umsetzen. Durch schnelle, gezielt gesetzte Pinselstriche schuf er leuchtende Farbverläufe, die sich auf dem Papier zu Blättern und Blüten entfalten. Auch Schmidt-Rottluff schätzte die schnelle Umsetzbarkeit der Technik, die es erlaubt, Gesehenes unmittelbar zu Papier zu bringen und dabei die Zartheit und Flüchtigkeit des Motivs zu bewahren.

Die Ausstellung, die das Landesmuseum Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Nolde Stiftung Seebüll und dem Brücke-Museum Berlin präsentiert, zeigt rund 80 Werke, die von der Begeisterung für die Motive erzählen und Kunstfreunde wie Pflanzenliebhaber dazu einladen, in die farbgewaltigen Blumenwelten der beiden Expressionisten einzutauchen.


Ausstellungsort: Augusteum, Elisabethstraße 1, 26135 Oldenburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 - 18 Uhr
Öffnungszeiten an Feiertagen finden Sie hier.
Eintritt: "Exotische Pflanzen"-Ticket: 9 €, ermäßigt 6 €

Begleitprogramm zur Ausstellung

Öffentliche Führungen

Sa., 26. Mai, 14  15 Uhr
So., 27. Mai, 11 
12 Uhr
Sa., 2. Juni, 14 
15 Uhr
So., 17. Juni, 12  13 Uhr
So., 24. Juni, 11 
12 Uhr
So., 8. Juli, 12 – 13 Uhr
Sa., 21. Juli, 12 – 13 Uhr
Sa., 4. August, 12 – 13 Uhr
So., 19. August, 12 – 13 Uhr

Treffpunkt: Kasse Augusteum
Eintritt zzgl. 3 €

Themenführung
Blumiges von Nolde und Schmidt-Rottluff

Was bewegte die beiden Künstler, sich so intensiv dem Thema exotische Pflanzen zu widmen? Aus ihren Aufzeichnungen und Äußerungen erfahren wir vor ihren Originalen von der Kraft, die sie aus diesen
Motiven schöpften!

Vanessa Reis, Kulturwissenschaftlerin

So., 3. Juni, 12 – 13 Uhr
So., 24. Juni, 15 – 16 Uhr
So., 12. August, 12 – 13 Uhr

Treffpunkt: Kasse Augusteum

9 €

Kuratorenführung mit Dr. Anna Heinze

Do., 7. Juni, 16 17 Uhr
Do., 12. Juli, 16.30 – 17.30 Uhr
Mi., 1. August, 16.30 – 17.30 Uhr
So., 19. August, 15 – 16 Uhr


Treffpunkt: Kasse Augusteum
Eintritt zzgl. 3 €

Kombiführung

Nach einem kunsthistorischen Rundgang durch die Ausstellung gibt es im Tropen- und Kakteenschauhaus des Schlossgartens eine Einführung in die exotische Pflanzenwelt.

Dr. Anna Heinze, Landesmuseum Oldenburg, Andreas Hübner (Schlossgarten)

Do., 16. August, 17 19 Uhr
Treffpunkt: Kasse im Augusteum
12 €
max 15 Personen
Anmeldung erforderlich: (04412) 220 73 44

Kinderkurs
Was blüht denn da?

Exotische Welten? Faszinierende Formen und Farben? Im Atelier werden uns ungewöhnliche Pflanzen Modell stehen. Wir zeichnen und malen und sind gespannt auf die Ergebnisse.

Laura Keppel, Dipl.-Kunstpädagogin

Sa., 9. Juni, Sa., 18. August,
jeweils10.30 – 13 Uhr
Treffpunkt: Kasse Prinzenpalais
10 €
max. 10 Kinder im Alter von 7 – 10 Jahren
Anmeldung erforderlich: (04 41) 220 73 44

Schulprogramm

Die Ausstellung wird begleitet von einem ausführlichen Schulprogramm. Themen in einem einstündigen Rundgang durch die Ausstellung sind die künstlerischen Techniken und Mittel der Künstler, aber auch deren Leben, Reisen und die Faszination für die Motive der Blumen.

Wir empfehlen eine Führung mit einer anschließenden einstündigen Kreativaktion zur praktischen Vertiefung der angesprochenen Inhalte. Gerne gehen wir auf individuelle Wünsche ein.

Führung und Praxisteil für Schulklassen:
40 € für 1 Stunde Führung
80 € für 2 Stunden Führung plus Kreativaktion
Der Eintritt in die Ausstellung ist für Schulklassen frei!
Treffpunkt: Foyer im Augusteum, Praxisteil: Kreativwerkstatt im Prinzenpalais

Für Fragen und Anmeldungen erreichen Sie uns per Telefon unter: (04 41) 220 73 00 oder  E-Mail: info@landesmuseum-ol.de
 

Die Ausstellung wird gefördert durch:

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Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

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Eintrittspreise:
6 €, 4 € ermäßigt
Kinder (7 - 17 Jahre): 1,50 €
Familienkarte: 10