Der gefesselte Prometheus

vom 9. November 2019 bis 2. Februar 2020 Höhepunkt der Ausstellung "Götter & Helden - Mythologische Malerei im Barock und heute, feat. Michael Ramsauer

100 Jahre nach Abdankung des Großherzogs und dem Beginn des Verkaufs der Meisterwerke aus der ehemaligen Großherzoglichen Gemäldegalerie kehrt ein Meisterwerk aus der Rubens-Werkstatt zurück nach Oldenburg: das imposante Großformat mit der Darstellung des gefesselten Prometheus. Es zeigt die Bestrafung des Titanen, nachdem dieser gegen den Willen der Götter den Menschen das Feuer gebracht hatte. Erstmals seit 1919 ist das Gemälde nun im Rahmen der Sonderausstellung „Götter & Helden“ als Leihgabe im Oldenburger Augusteum zu sehen.

Der 1918 zur Abdankung gezwungene Großherzog Friedrich August hatte 1919 begonnen, die wertvollsten Meisterwerke aus der Großherzoglichen Gemäldegalerie außer Landes zu schaffen. So gelangte auch das großformatige Rubens-Werk „über die Grenze nach Holland“, wie die empörte Oldenburger Zeitung „Volksstimme“ im September 1919 berichtete. Der landesweite Protest gegen die Abwanderung der Werke sorgte 1919 schließlich für den Erlass des ersten Kulturgutschutz-gesetzes.

Der Prometheus, den der Hamburger Museumsdirektor Gustav Pauli 1919 zu den zehn wertvollsten Werken der Oldenburger Sammlung zählte, wurde 1924 im Amsterdamer Auktionshaus Fredrik Muller versteigert, zunächst von dem Kunsthändler Jacques Goudstikker erworben und 1925 an den in den Niederlanden lebenden Industriellen Ernst Proehl verkauft. Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht war Proehl aufgrund seines jüdischen Familienhintergrundes gezwungen, das Bild zu verkaufen. Der Prometheus war für das sogenannte „Führermuseum Linz“ vorgesehen und wurde über die „Dienststelle Mühlmann“ an den „Sonderauftrag Linz“ verkauft. Zwar war das Gemälde schon 1951 an die Niederlande restituiert worden, doch erst 2009 konnte es an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden.
Heue befindet es sich in Privatbesitz.

Die wechselvolle Geschichte hat Spuren an dem über 400 Jahre alten Gemälde hinterlassen:
Der gefesselte Prometheus wurde in den vergangenen zwei Jahren an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart konservatorisch untersucht und befindet sich derzeit in einem teil-restaurierten Zwischenzustand. Dieser Zustand eröffnet einen einmaligen Blick in die Entstehungsgeschichte des Bildes und seinen technologischen Aufbau.

Als Professor Nils Büttner von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste 2017 das Landesmuseum Oldenburg über den Verbleib des Bildes informierte, war für die Kuratorin Dr. Anna Heinze klar, dass sich mit der damals in Planung befindlichen Ausstellung zur mythologischen Malerei des Barock die einmalige Chance bieten würde, das Bild temporär zurück nach Oldenburg zu holen.
Der gefesseltePrometheus ist vom 9. November 2019 bis zum 2. Februar 2020 Höhepunkt der Ausstellung „Götter & Helden – Mythologische Malerei im Barock und heute, feat. Michael Ramsauer“, wo eine Medienstation mit kunsttechnologischen Erläuterungen weitere Informationen für die Besucherinnen und Besucher bereithält.

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