Aufgeweckte Kunstgeschichte: Mit Demenz Bilder neu entdecken

Das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe geht nicht automatisch mit Demenz verloren. Im Gegenteil: Kunst, Kultur und Musik können Schlüssel zur emotionalen Welt, zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität sein.

Gefördert durch die Deutsche Fernsehlotterie veranstaltet das DemenzNetz Oldenburg im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg die Reihe „Aufgeweckte Kunstgeschichten: Mit Demenz Bilder neu entdecken“. Ein von der Deutschen Fernsehlotterie produzierter Film, der im Oldenburger Schloss gedreht wurde, gibt einen Einblick in das Projekt:

Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist für Angehörige oftmals eine emotionale Herausforderung. Das DemenzNetz Oldenburg unterstützt Betroffene mit Informationen und Angeboten. Bei dem Projekt „Aufgeweckte Kunstgeschichten – Mit Demenz Bilder neu entdecken“, wird die sogenannte TimeSlips-Methode angewandt. Sie stammt aus den USA und basiert auf persönlichen, direkt erlebten Erfahrungen, die zum Erfinden von Geschichten animieren, ohne Gedächtnistraining oder gezielter Biografiearbeit. Die Menschen verarbeiten beim Erleben der Kunst ihre persönlichen Eindrücke vor Ort. Im Anschluss an den Museumsbesuch schließt sich ein Erzählcafé an.

Durchgeführt wird Timeslips von der Initiative „Kultur-trotzt Demenz“ unter der Leitung von Simone Weiss aus Braunschweig. Sie ist zertifizierte TimeSlips-Moderatorin und leitet seit 2014 kulturelle Bildungsprojekte für Menschen mit Demenz u.a. am Städtischen Museum Braunschweig sowie am Herzog Anton Ulrich Museum Braunschweig. „Wissen über Kunst, Epochen oder Künstler ist nicht nötig – die Freude am Erfinden genügt. Es ist ein kreatives Gruppenerlebnis in sehr ansprechender Umgebung“, so Simone Weiss. Renate Gerdes, Sprecherin des DemenzNetzes Oldenburg, ist von dieser Methode begeistert: „Für uns ist es wichtig, dass Menschen mit Demenz gemeinsam mit ihren Angehörigen am kulturellen Leben teilhaben können. Denn unser besonderer Ansatz ist, dass Verwandte mit einbezogen werden, damit sie mit ihren Partnern ein gemeinschaftliches Erlebnis haben“.

Das Projekt will neben der kulturellen Teilhabe auch mögliche Ängste, Vorurteile oder Barrieren im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen abbauen. Daher ist eine Interaktion mit anderen Museumsbesuchern vorgesehen. „Ich finde die Aktion ganz toll, weil sie uns die Möglichkeit gibt, Kultur noch einmal gemeinsam zu erleben“, so Ingrid Büssemaker-Schmoll, die mit ihrem Mann an den Museumsgeschichten teilnimmt.

In Kooperation mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg sind mehrere Termine im Jahr geplant. Jeweils samstags von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr findet das gemeinsame Geschichtenerfinden vor einem Gemälde statt, im Anschluss wird bis 16.30 Uhr ein Erzählcafé mit Kaffee und Kuchen mit den Teilnehmenden im Schlosscafé angeboten.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Termine: 18.9., 16.10., 20.11. und 4.12.2021, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr

Verantaltungsort: Schloss, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Treffpunkt: Kasse im Schloss

Leitung: Simone Weiss, zertifizierte TimeSlips-Moderatorin, Initiative Kultur-trotz-Demenz, Braunschweig

Kosten: keine, geförder durch die Deutsche Fernsehlotterie

Kontakt: bei Interesse an einer Teilnahme und weiteren Informationen werden Sie sich bitte an Renate Gerdes (DemenzNetz Oldenburg), Tel. 0441 25122

Gruppengröße: 14 Personen mit maximal einer Begleitung

Anmeldung: um Anmeldung bis zwei Wochen vor den jeweiligen Terminen wird gebeten: info@demenznetz-ol.de oder 0441 25122

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