Pressemitteilung 22. November 2016

Landesmuseum Oldenburg kauft Gouache des Künstlers Christian Rohlfs zurück

Das Werk war 1937 als "entartet" beschlagnahmt worden


Nahezu 80 Jahre nach seiner Beschlagnahmung als sogenannte "Entartete Kunst" ist es dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg gelungen, die großformatige Temperaarbeit "Amaryllis" des Künstlers Christian Rohlfs (1849-1938) für seine Sammlung zurückzuerwerben.

Die Arbeit war in ihrem Entstehungsjahr 1925 durch den Gründungsdirektor des Landesmuseums Walter Müller-Wulckow aus der Ausstellung "Christian Rohlfs" im Schloss für 225 Reichsmark erworben worden. Sie gehörte damit zum Grundstock der "modernen Galerie" des 1923 eröffneten Landesmuseums. 1937 wurde das Blatt als "Entartete Kunst" konfisziert und nach Berlin transportiert. Es befand sich zeitweise im Depot des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda für beschlagnahmte und "international verwertbare" Kunstwerke aus deutschem Museumsbesitz im Schloss Schönhausen. Im Jahr 1940 gelangte es vom Reichsministerium an die mit der "Verwertung" beauftragte Berliner Galerie Ferdinand Möller. Im Jahr 1954 wurde es dort verkauft. Danach verlor sich die Spur des Rohlfs-Blattes. 2011 wurde das Werk im Münchner Kunsthandel wiederentdeckt und an einen Sammler in Belgien verkauft. 2016 gelang die Rückerwerbung für das Landesmuseum Oldenburg aus dieser Privatsammlung.

"Der norddeutsche Expressionist Christian Rohlfs war der erste Künstler, dem das Landesmuseum in den 1920er Jahren eine Einzelausstellung gewidmet hat. Der Bestand an Werken des Künstler gehört daher zu den umfangreichsten und bedeutendsten in Norddeutschland. Die Rückerwerbung der 'Amaryllis' ist für das Museum ein Glücksfall. Es ist das zweite Werk des Künstlers, das nach seiner Beschlagnahmung durch die Nazis für Oldenburg zurückerworben werden konnte", freut sich Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums.

Der Rückkauf des Blattes "Amaryllis" wurde mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Hermann Reemtsma Stiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Waldemar Koch Stiftung und der EWE-Stiftung ermöglicht.

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