Forschungsprojekt: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Landesmuseum Oldenburg widmet sich seinem umfangreichen Bestand an Werken Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, zur Unterscheidung von seinen Familienangehörigen, die teilweise auch Maler waren, auch „Goethe-Tischbein“ genannt, feiert am 15. Februar 2021 seinen 270. Geburtstag. Von 1808 bis 1829 war er als Oldenburger Hofmaler des Herzogs Peter Friedrich Ludwig in Oldenburg und Eutin tätig. Heute befindet sich die weltweit größte Tischbein-Sammlung im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Ein neues Projekt widmet sich nun erstmals der vollständigen Erforschung der Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers.
Im September 2020 startete das zweijährige Forschungsprojekt am Landesmuseum Oldenburg, das durch eine Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ermöglicht wurde. Neben den Werken, die aus der Zeit Tischbeins als Hofmaler stammen, befindet sich ein umfangreicher Teilnachlass des Malers in den Museumsbeständen, der in den 1980er-Jahren aus der Familie des Künstlers erworben werden konnte.
Die Sammlung umfasst Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken des Künstlers. Diese reichen von mit wenigen Linien skizzierten Figuren über detaillierte Portraitstudien bis hin zu farbenfrohen Tierdarstellungen und Fabelillustrationen. Ergänzt werden die Zeichnungen von Blättern, die eng mit Texten Tischbeins und seiner Zeitgenossen verbunden und in Alben zusammengestellt sind. Diese einmalige und bislang weitgehend unbearbeitete Sammlung zeigt besonders gut Tischbeins Arbeitsweise und seine facettenreichen Bildwelten.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung werden zunächst Zuschreibungen überprüft, Motive identifiziert und Konvoluten zugeordnet, Datierungen vorgenommen, eine Verschlagwortung ergänzt, aber auch Maße genommen und Techniken bestimmt. Abschließend sollen die rund 1.500 grafischen Arbeiten fotografiert und digitalisiert werden. Durch die Erschließung und Kontextualisierung der Bestände werden dann erstmals die Werkzusammenhänge innerhalb des OEuvres Tischbeins sichtbar und ein neuer Blick auf den Künstler und seine Leistungen ermöglicht.
„Für mich ist es ein besonderes Vergnügen mit den Zeichnungen und Aquarellen von Tischbein zu arbeiten, da man immer wieder neue Schätze entdeckt“, so Projektmitarbeiterin Dr. Stefanie Rehm. Die Kunsthistorikerin promovierte über Johann Heinrich Wilhelm Tischbein zum Thema „Tischbein und die Kunst des ‚Goldenen Zeitalters‘ – Rezeptionsgeschichte(n) um 1800“. Bevor sie 2020 für das Forschungsprojekt nach Oldenburg kam, war sie an der Kunsthochschule der Universität Kassel sowie in der Gemäldegalerie Alte Meister der Museumslandschaft Hessen Kassel tätig.

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