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18. April bis 23. August 2026 im Augusteum

Pressekonferenz: Donnerstag, 16.04.26, 11 Uhr, Augusteum
Ausstellungseröffnung: Freitag, 17.04.26, 18.30 Uhr, Schloss

 

Vom 18. April bis zum 23. August 2026 präsentiert das Landes­museum Kunst & Kultur Oldenburg im Augusteum die erste mu­seale Einzelausstellung der multidisziplinären Künstlerin Leyla Yenirce.

Mit ihrer Ausstellung in Oldenburg kehrt Yenirce (*1992 in Qubînê) zurück in die Stadt, in der sie als Kind jesidischer Ge­flüchteter ihr erstes Zuhause in Deutschland fand. Diese biogra­fische Verankerung bildet einen Resonanzraum für ihr künstleri­sches Denken.

In den Installationen, Gemälden und Videowelten der Ausstellung verbindet Yenirce globale Themen wie Migration, feministische Selbstbehauptung und mediale Machtstrukturen mit persönlichen Erinnerungen an konkrete Orte, Stimmen und Begegnungen. So inszeniert die Künstlerin ein prägendes Sammlungsstück des Museums - Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Der Wanderzirkus“ (um 1920) - und jugendlich wirkende Wandzeichnungen gleichwertig nebeneinander. 

Im Zentrum ihrer Malereien steht eine Reihe unterschiedlicher Frauen, die Yenirces Entwicklung maßgeblich geprägt haben. Ob real oder ideell: Die Stimmen der Frauen aus Kunst und Literatur, Bildung und Politik verstärkt die Künstlerin in ihren Arbeiten zu einem kämpferischen und lebensfrohen „Chor der Frauen“. In den großflächigen Ölmalereien tauchen sie, mittels Siebdruck dargestellt, am Mikrofon sprechend, singend und applaudierend auf.

Schließlich interessiert sich Yenirce für einen gegenwärtigen Blick auf Oldenburg. Für ihre Videoarbeit „Spotlight“ (2026) lässt sie ihren Bruder, einen passionierten Läufer, durch die dunklen Straßen der Stadt rennen. Seine Stirnleuchte wirft nu einen kleinen Lichtpunkt, der keine klare Orientierung bietet, aber immer in Bewegung bleibt. 

Der Ausstellungstitel „Werdegang“ wird wörtlich genommen. Das Gehen als Prozess des Werdens am Beispiel der Biografie der Künstlerin oder des Läufers im Video: Ihre Bewegungen treiben sie durch die Straßen Oldenburgs oder - im Falle der Künstlerin - aus Oldenburg hinaus in die weite Welt und wieder zurück. 

„Leyla Yenirce gehört zu den eindrücklichsten und klügsten Stimmen ihrer Generation“, so Dr. Anna Heinze, Direktorin des Landesmuseums Kunst & Kultur Oldenburg. „Dass sie mit ihrer Ausstellung nach Oldenburg zurückkehrt, ist mehr als eine biografische Fußnote. In ihren Arbeiten verbinden sich persönliche Geschichte und globale politische Fragen. Ihre Arbeiten machen sichtbar, wie sehr Herkunft, Migration und Erinnerung unsere Gegenwart prägen - und wie daraus neue Bilder von Stärke und Selbstbehauptung entstehen können.“

Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen„Die Ausstellung ‚Leyla Yenirce. Werdegang‘ ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich auch ein so altehrwürdiges und traditionsreiches Haus wie das Landesmuseum Oldenburg ideal mit junger Gegenwartskunst in Einklang bringen lässt. Als Landeskulturstiftung stehen wir bei dieser Ausstellung gerne an der Seite des Museums.“

„Ich freue mich sehr, dass sich unsere Kulturstiftung an dieser Ausstellung beteiligt. Leyla Yenirces Werke sind eine kraftvolle Einladung an uns alle, um miteinander in einen ‚über den Tellerrand schauenden‘ Austausch über Identität, Herkunft und weitere gesellschaftsrelevante Themen zu kommen. Einem Diskurs, der vor dem Panorama an weltweiten Herausforderungen für ein mitmenschliches Zusammenleben wichtiger denn je ist“, so Jürgen Müllender, Vorstandsvorsitzender Öffentliche Oldenburg.

 

Wird gefördert durch

Leyla Yenirce (*1992 in Qubînê) hat Kultur der Metropole an der HafenCity Universität Hamburg studiert. Anschließend setzte sie ihr Studium in Bildender Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg fort. Nach ihrem Studium entwickelte Yenirce eine multidisziplinäre Praxis, die Film, Sound, Installation, Malerei und Performance verbindet. Ihre Werke greifen häufig auf Found-Footage-Material zurück und setzen sich mit kulturellen und medialen Dominanzstrukturen auseinander. Themen wie Feminismus, Krieg, Popkultur und Genozid ziehen sich durch ihr Œuvre.

Yenirces Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u.a. im Kunstmuseum Magdeburg (2024), im Museum Folkwang in Essen (2024), der Kunsthalle Münster (2024), der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig (2023), im Haus der Kunst München (2023), in der Halle für Kunst Lüneburg (2022) und im Kunsthaus Hamburg (2022). Die Künstlerin wurde jüngst mit dem Finkenwerder Förderpreis ausgezeichnet. 2024 erhielt sie den Kunstpreis Berlin, 2022 wurde ihr der ars viva-Preis verliehen. Werke Yenirces sind in Museumssammlungen weltweit vertreten, darunter im Museum of Modern Art in Luxemburg (Luxemburg), im Detroit Institute of Arts Museum (Michigan), im Kunstmuseum Magdeburg (Deutschland) und im Kistefos Museum in Jevnaker (Norwegen). 

Leyla Yenirce lebt und arbeitet in Berlin. Sie wird von der Galerie Capitain Petzel vertreten. 

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten von Anna Heinze und Ramona Heinlein sowie einem Interview zwischen Leyla Yenirce und Juliane Peil. Die Publikation ist zum Preis von 10,00 € an der Museumskasse erhältlich.

 

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