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23. August bis 30. November 2025 im Augusteum

Pressekonferenz: Donnerstag, 21.8.25, 11 Uhr, Augusteum
Ausstellungseröffnung: Freitag, 22.8.25, 18.30 Uhr, Schloss

 

Vom 23. August bis 30. November 2025 präsentiert das Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg im Augusteum die erste große Ausstellung zum manieristischen Bildhauer Ludwig Münstermann. Zahlreiche Werke aus dem Bestand des Landesmuseums werden darin erstmals öffentlich zu sehen sein.

Er ist bis heute im Oldenburger Land omnipräsent und doch beinahe vergessen: Der Bildhauer und Schnitzer Ludwig Münstermann (um 1575-1637/38) war zu seinen Lebzeiten der wohl außergewöhnlichste Künstler der Region. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn noch als Mitarbeiter eines Bremer Meisters an der Fassade des Oldenburger Schlosses tätig, gelangte er bald mit seiner eigenen Werkstatt und durch die Ausstattungen zahlreicher Kirchen der Grafschaft zu Ruhm und Ansehen. Viele der Altäre, Kanzeln und Taufen befinden sich noch immer an ihren ursprünglichen Orten und vermitteln einen lebendigen Eindruck von Münstermanns Schaffen in der Zeit des Manierismus.

Erstmals wird nun dem Meister Münstermann eine umfassende museale Schau gewidmet. Neben den Beständen des Landesmuseums sind Exponate aus dem Berliner Bode-Museum und dem Focke-Museum Bremen zu sehen, den einzigen beiden Museen weltweit, in denen ebenfalls Werke Münstermanns dokumentiert sind. Zudem ergibt sich die seltene Gelegenheit, Skulpturen außerhalb ihres üblichen Standortes im kirchlichen Altarraum und aus nächster Nähe betrachten zu können.

In der Gegenüberstellung mit Werken anderer manieristischer Künstler wie Bartholomäus Spranger (1546-1611) oder Hendrick Goltzius (1558-1617) wird die besondere Figurenauffassung Münstermanns deutlich: Er griff bekannte Darstellungstypen auf, versah sie aber mit einem völlig neuen Verständnis von Körper und Ausdruck. Als Manierist von europäischem Rang verstand es Münstermann, die verbreiteten Stilelemente dieser Epoche - wie überlängte Proportionen und gekünstelte Posen - auf seine eigene Art zu interpretieren. Seine Figuren verfügen über einen expressiven, beinahe zeitlosen Charakter, seine Altarwerke überwältigen in ihrem Zusammenspiel aus Architektur, Ornament und Figur.

Die Ausstellung nähert sich darüber hinaus den Inhalten seiner Werke, insbesondere den Konzepten von Gesetz und Gnade oder der Taufe, die direkt mit der lutherischen Glaubenslehre verbunden waren. Sie fragt auch danach, wer die Auftraggebenden waren, wie die Münstermannsche Werkstatt gearbeitet hat, welche Veränderungen die Werke im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben und welche kunst- und kulturhistorischen Bezüge von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart gezogen werden können. Denn Münstermanns expressive Bildwerke sind von einer Aktualität, die nach den Grundsätzen der menschlichen Existenz fragt und die Betrachtenden auch jenseits aller religiösen Bildinhalte auf tiefer emotionaler Ebene zu berühren vermag.

Die Ausstellung im Augusteum versammelt über 35 Werke Münstermanns und seiner Werkstatt und bietet damit erstmals einen umfassenden Einblick in das vielfältige Gesamtwerk des Künstlers. Profane Bildwerke, die insbesondere zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn entstanden, sind ebenso Teil der Präsentation wie eine Reihe religiöser Arbeiten, die heute zu großen Teilen noch in den Kirchen des Oldenburger Landes erhalten sind. Letztlich widmet sich die Ausstellung auch der Rezeption des Münstermannschen Schaffens: Die Figur des „Apoll“ (1615/16) im Berliner Bode-Museum veranlasste Markus Lüpertz (*1941) zu einem ganzen Werkzyklus, in dem er die expressive Figur akribisch studiert und gänzlich neue Potenziale in der Wahrnehmung der alten Skulptur eröffnet.

Die Ausstellung „Münstermann“ wird ermöglicht durch die Förderung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Oldenburgischen Museumsgesellschaft.

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