Präsentiert wurden 2025 insgesamt zehn Ausstellungen und Kabinettschauen, darunter publikumswirksame Ausstellungen wie die „World Press Photo 2023”, die zum zehnten Mal in der Huntestadt gastierte, oder die große Werkschau „Münstermann”, die das Schaffen des norddeutschen Ausnahmekünstlers Ludwig Münstermann (um 1575–1637/38) einem breiten Publikum bekannt machte. Das Oldenburger Schloss war zudem Ausrichtungsort der Ausstellung der Gewinnerin des Förderpreises der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg, Lucia Keidel.
Auch 2025 hat das Landesmuseum seine Position als Forschungsstandort behauptet: Das 2024 begonnene Forschungsprojekt „Bitte um Aushang! Die Plakatsammlung des Landesmuseums Oldenburg“ widmete sich der Inventarisierung, Zuordnung und Kontextualisierung eines rund 3.000 Ausstellungsplakate umfassenden Bestandes. In der Sammlung Online können hiervon inzwischen mehr als 2.200 Werke recherchiert werden.
Insgesamt sind mittlerweile mehr als 14.000 Objekte aus über 2.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte in der Sammlung Online digital zugänglich gemacht worden. Auch die physische Sammlung des Landesmuseums wuchs im vergangenen Jahr: Werke von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und Katja Liebmann bereichern seither die umfassende Sammlung des Hauses.
Ausblick 2026
Nach fast zwei Jahren steht das Forschungsprojekt „Bitte um Aushang!“ kurz vor dem Abschluss. In Verbindung mit Grafik, Skulptur und Malerei werden ausgewählte Exemplare der umfassenden Plakatsammlung des Landesmuseums ab dem 31. Januar 2026 in der Ausstellung „Plakat – Kunst“ im Bibliotheksflügel des Schlosses präsentiert.
Im noch jungen Jahr 2026 erwartet die Besucher:innen des Landesmuseums darüber hinaus weitere abwechslungsreiche Ausstellungen: Auf die „World Press Photo 2025“ (21. Februar bis 15. März) folgt vom 18. April bis zum 23. August die erste museale Schau der Berliner Künstlerin Leyla Yenirce, die jüngst mit dem Finkenwerder Förderpreis ausgezeichnet wurde. Im Herbst richtet das Landesmuseum unter dem Titel „Weltbilder im Wandel – Landschaften von Arkadien bis Anthropozän“ (9. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027) Aufmerksamkeit auf Landschaftsdarstellungen aus seiner Sammlung, die um großformatige Videoarbeiten zeitgenössischer Gegenwartskünstler:innen ergänzt werden. Zum Jahresabschluss wird im Augusteum ab dem 28. November eine große Ausstellung mit Werken Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins präsentiert, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 275. Mal jährt.
Im Frühjahr widmet sich das Landesmuseum der Umgestaltung des ehemaligen Grafikkabinetts im 2. Obergeschoss des Schlosses. Der zuletzt ungenutzte Raum zwischen Fahrstuhl und Treppenhaus soll in einen gemütlichen Lesesalon verwandelt werden, der zum Schmökern einlädt.
Mit dem Projekt DigiVers („Digitale Verantwortung und Sichtbarkeit: Die niedersächsischen Landesmuseen vernetzen Wissenschaft und Gesellschaft“) starten die sechs Landesmuseen in Niedersachsen ab Januar gemeinsam in eine neue Phase der digitalen Transformation. Ziel des von zukunft.niedersachsen geförderten Verbundprojekts ist es, digitale Forschungsdateninfrastrukturen im Museumsbereich aufzubauen, innovative Vermittlungsformate zu entwickeln und den offenen Zugang zu musealem Wissen nachhaltig zu gewährleisten.
Ausstellungen 2026
31. Januar bis 21. Juni 2026
Oldenburger Schloss
In der Sammlung des Landesmuseums befindet sich ein reichhaltiger Bestand an Kunst nach 1945: Die Spannbreite reicht von expressionistischen Positionen über die Konkrete Kunst und das Informel bis zu typografischer Kunst – vertreten durch Künstler wie Oskar Kokoschka, Emil Schumacher, Anton Stankowski und Josua Reichert. Im Rahmen der Ausstellung werden selten gezeigte Grafiken, Gemälde und Skulpturen jener Künstler gemeinsam mit von ihnen gestalteten Ausstellungsplakaten präsentiert, die das spannende Kunst- und Ausstellungsgeschehen ihrer Zeit widerspiegeln. Farben, Formen, Typografien und Techniken sind so vielfältig wie die Zeit, in der sie entstanden sind.
21. Februar bis 15. März 2026
Oldenburger Schloss
Aus einer Auswahl von über 59.000 Fotografien von 3.778 Fotograf:innen aus 141 Ländern wählte die World Press Photo Foundation in Amsterdam 42 Gewinner:innen. Die preisgekrönten Fotografien laden dazu ein, über den Tellerrand der Nachrichten hinauszuschauen und sich mit prominenten und übersehenen Geschichten aus aller Welt zu beschäftigen: Sie zeigen Kampf und Trotz, aber auch menschliche Wärme und Mut – visuell beeindruckende Werke, die uns tiefer in die Geschichten hinter den Schlagzeilen hineinziehen.
18. April bis 23. August 2026
Augusteum
Leyla Yenirce wurde 1992 in Qubînê geboren und wuchs als Kind êzidischer Geflüchteter in Oldenburg auf. In Hamburg und Bryn Mawr (USA) studierte sie Kulturanthropologie und Bildende Kunst. Seither beschäftigt sie sich medienübergreifend mit der Figuration feministischen Widerstands. Heute lebt und arbeitet die bildende Künstlerin in Berlin. Mit ihrer Einzelausstellung im Landesmuseum Oldenburg kehrt Leyla Yenirce nun zurück in ihre frühere Heimatstadt, die ihre Wahrnehmung prägte und sie früh für kulturelle Fragen sensibilisierte. Für die Ausstellung greift sie Eindrücke ihres Werdeganges auf – Räume und Wege, Stimmen und Klänge, Bilder und Perspektiven – und bringt sie in Malerei, Video und Installation zu neuem Ausdruck.
12. Juni bis 26. Juli 2026
Oldenburger Schloss
Bereits zum 24. Mal wurde in diesem Jahr der Förderpreis der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg vergeben. Der renommierte Nachwuchspreis will Kunstschaffende aus der Region am Beginn ihrer Laufbahn unterstützen und ihre Werke der Öffentlichkeit bekannt machen. 2026 war der Förderpreis in der Sparte Malerei ausgeschrieben. Gewinner ist der in Oldenburg studierende Künstler Juran Landt, der mit der Verbindung von analogen und digitalen Bildwelten die Fachjury überzeugen konnte und bereits internationale Ausstellungserfahrung gesammelt hat.
1. August bis 13. September 2026
Oldenburger Schloss
Im Rahmen der 43. Internationalen Keramiktage, die Anfang August auf dem Oldenburger Schlossplatz stattfinden, präsentiert das Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg Werke der Preisträgerin der NEUEN KERAMIK 2025, Elena Arosio, im Oldenburger Schloss. Die Künstlerin aus Südtirol, Italien, kreiert einzigartige Artefakte, die sie auf der Töpferscheibe aus Feinsteinzeug herstellt und dabei Formen mit klaren und einfachen Linien erforscht. Ihre Kreationen werden anschließend mit versiegelter Erde veredelt und mit natürlichen Brennstoffen gebrannt, wodurch jedes Stück einzigartige und raffinierte Farben erhält.
9. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027
Oldenburger Schloss
Wie formen künstlerische Blicke auf Natur- und Lebensräume unsere Wahrnehmung der Welt? Die Ausstellung richtet die Aufmerksamkeit auf Landschaftsdarstellungen aus der Sammlung des Landesmuseums. Die Werke, die einen Bogen von der Barockmalerei bis zu Editionen von Gerhard Richter spannen, treffen auf großformatige Videoarbeiten internationaler Kunstschaffender der Gegenwart. Im Dialog eröffnen sich vielfältige Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch und Umwelt im Verlauf der Geschichte – besonders aber im 21. Jahrhundert.
28. November 2026 bis 7. März 2027
Augusteum
Anlässlich seines 275. Geburtstags widmet das Landesmuseum Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829), der unter dem Pseudonym „Goethe-Tischbein“ weithin bekannt ist, eine große Retrospektive. Mit über 85 Gemälden, rund 1.500 Zeichnungen und Aquarellen sowie über 1.500 Briefen, Manuskripten und anderen Schriftstücken verfügt das Landesmuseum über den weltweit größten Bestand an Werken des ehemaligen Hofmalers. Ausgehend von einem ikonisch gewordenen Gemälde zeichnet die Ausstellung Leben und Werk eines Künstlers nach, der an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert seine unverkennbaren Spuren hinterlassen hat.
Download Pressematerialien
Pressemitteilung vom 21.01.2026
Ausstellungsplakat GEIGER, 1958, Galerie Otto Stangl München, Entwurf: Rupprecht Geiger, Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Sven Adelaide
Musuk Nolte, Droughts in the Amazon, Panos Pictures, Bertha Foundation
Leyla Yenirce, Orange (AT), 2025 © Leyla Yenirce, Foto: Gunter Lepkowski
Juran Landt, Mesh Roaming 2, 2025 © Juran Landt, Foto: Tobias Hübel
Elena Arosio, Moonjar, 2024 © Elenea Arosio
Franz von Rhoden, Mönch im Gebirge, um 1860, Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg, Foto: Sven Adelaide
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Die Geburt des Esels und der Zwist des Gärtnerpaares (Eselsgeschichte), um 1800, Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg, Foto: Sven Adelaide
Die honorarfreie Reproduktion der Pressebilder ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung bei Nennung der vollständigen Creditline erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung bitten wir Sie, selbständig die Fragen des Urheber- und Nutzungsrechts zu klären.
Mit freundlicher Bitte um Zusendung eines Belegexemplars an die Pressestelle des Landesmuseums.








