Projekt Hin Bredendieck - Von Aurich nach Atlanta

Migration der Ideen

Hin Bredendiecks (1904–1995) Leben und Werk stehen exemplarisch für Erfolg, Emigration und internationale Verbreitung der am Bauhaus entwickelten Design-Ideen: Aus dem ostfriesischen Aurich kommend, war er von 1927 bis 1930 Student am Bauhaus Dessau und gemeinsam mit Marianne Brandt und Hermann Gautel an der Konzeption wegweisender Entwürfe der Metallwerkstatt u.a. für den Leuchtenhersteller Kandem beteiligt. Nach kurzer Zusammenarbeit mit László Moholy-Nagy und Herbert Bayer in deren Berliner Ateliers holte Sigfried Giedion Bredendieck in die Schweiz, wo er dessen konstruktives Talent für die Firma BAG Turgi fruchtbar machte. 1934 zurückgekehrt nach Oldenburg, sah er sich durch die sich verändernde politische, wirtschaftliche und persönliche Situation veranlasst, einem Ruf Moholy-Nagys zu folgen und emigrierte 1937 mit seiner Familie in die USA, wo er am New Bauhaus Chicago einen Lehrauftrag erhielt. Als Gründungsdirektor des Instituts für Industriedesign am Georgia Institute of Technology in Atlanta wurde er in der Nachkriegszeit zu einem der einflussreichsten Vermittler der Bauhaus-Ideen in Amerika. Bredendiecks außergewöhnliches Lebenswerk und seine weltweiten Vernetzungen zeugen von der internationalen Relevanz seiner Arbeit und Ideen.

Das Forschungsvorhaben, das auf den Vorarbeiten des Projekts „Das Bauhaus in Oldenburg – Avantgarde in der Provinz“ basiert, wird einen neuen Beitrag zum Verständnis deutsch-amerikanischer Design- und Emigrationsgeschichte liefern. Ferner soll untersucht werden, inwiefern die von Roger M. Buergel anlässlich der documenta 12 (2007) geprägte Formel einer Migration der Form, in der es um die Überschreitung kultureller und geographischer Grenzen der Künstler geht, weitergedacht und auf den Begriff der Idee angewendet werden kann.

Weitere Informationen hierzu folgen demnächst.

Die Ergebnisse des Projekts werden 2020 in einer zweisprachigen Monographie (deutsch/englisch) publiziert. Ziel ist darüber hinaus die Entwicklung einer mobilen, internationalen Wanderausstellung.

Das am 1. Juni 2019 gestartete Forschungsprojekt wird von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Rudolf-August Oetker-Stiftung und der Waldemar Koch Stiftung gefördert.


Symposium „Deutsche Design-Emigranten: Migration der Ideen?“

Projektbegleitend findet am 21. November 2019 das Symposium „Deutsche Design-Emigranten“ statt, bei dem aktuelle Forschungsansätze sowie zeitgenössische Positionen zusammengeführt und Vergleichsbiografien erörtert werden.

Flyer zum Symposium zum Download

 

Kontakt:
Gloria Köpnick
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Prinzenpalais, Damm 1, 26135 Oldenburg
Telefon: (0441) 40570 412
g.koepnick@landesmuseen-ol.de

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