Kulturgeschichte des Mittelalters

Um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert erscheint im späteren Oldenburger Land eine Adelsfamilie, die als Vertreter für den sächsischen Stammesherzog und der Grafen von Stade Herrschaftsrechte wahrzunehmen beginnt. Landesherrschaft entstand in Oldenburg - wie andernorts auch - aus einer Bündelung von Besitztiteln des führenden Dynastengeschlechtes innerhalb eines geographischen Raums. Erbfälle, Tauschgeschäfte und die Eroberung mit Waffengewalt ermöglichten die Arrondierung des Machtbereichs. Ein Beispiel hierfür ist der Kampf der Kreuzritter gegen die Stedinger im Jahre 1234. Die Oldenburger Grafen hatten mehrere vergebliche Versuche unternommen, sich das wohlhabende Stedingerland einzuverleiben.

Erst als die Stedinger Bauern der bremischen Kirche die Abgaben verweigerten und daraufhin ein von Bremen entsandtes Heer besiegten (1229), sahen die Oldenburger Grafen ihre große Chance gekommen. Ein von den Bauern ermordeter Mönch war letztlich der Anlass für den Kreuzzug und der Schlacht bei Altenesch. Die Bauern verloren, und Oldenburg und das Erzstift Bremen teilten Stedingen unter sich.

Ein wesentlicher Aspekt des Kirchenwesens im Mittelalter ist die Frömmigkeit vor der Reformation, in der sich Klerus und Laienschaft gleichermaßen übten, und die sich in verschiedenen Erscheinungsformen darbot.  Spätmittelalterliche Frömmigkeit zeigt sich einmal in der Heiligenverehrung. Der Gläubige betete zu „seinem“ Heiligen, von dem er sich Fürsprache bei Gott erhoffte. Eng verbunden mit der Heiligenverehrung waren die Wallfahrten, an denen arm und reich teilnahmen. Bevorzugte Wallfahrtsorte waren das Heilige Land, Rom und Santiago de Compostela, in Deutschland Aachen und Wilsnack. Oldenburger pilgerten nachweislich nach Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela, Aachen und St. Theobald in Thann im Elsass. Die Prozessionsfreudigkeit zeigte sich an zahlreichen Umgängen im Verlauf des Kirchenjahres. Eine weitere Möglichkeit seine Frömmigkeit zu üben, erschloss sich dem Bewohner des Oldenburger Landes im Stiftungswesen. Durch die Schenkung materieller Güter an die Kirche konnte er für sein Seelenheil Vorsorge treffen. Kirchen-, Kapellen-, Altar- und Memorienstiftungen gehörten ebenso dazu wie Zuwendungen an Kleriker, aber auch an Arme und Kranke.

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