Kunst nach 1945

Die Sammlung Kunst nach 1945 des Landesmuseums bildet ein ausgewähltes Spektrum zeitgenössischer Malerei und Skulptur ab. Die Präsentation spiegelt die Spaltung der Kunst in Abstraktion und Gegenständlichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg wider.

Mit dem herausragenden Gemälde "Gastmahl der Sphinx" von Max Ernst wird zunächst nochmals auf die surrealistischen Strömungen der Vorkriegszeit verwiesen, die sich nach 1945 in der abstrakten Malerei zum Teil fortsetzten. Für sein Gemälde nutzte Ernst das Verfahren der Décalcomanie, ein Abklatschverfahren, um zu poetischen und zum Teil dem Zufall überlassenen Bildfindungen zu gelangen.

Zu den wichtigsten Vertretern der ungegenständlichen Malerei in der jungen Bundesrepublik zählten Willi Baumeister, Fritz Winter, Georg Meistermann und Ernst Wilhelm Nay. Ihre Werke zeichnen sich durch rhythmische Farbigkeit und lyrische Abstraktion aus. Die Auflösung von Farbflächen und geometrischen Formen, für die der französische Kunstkritiker Michel Tapié den Begriff "art informel" prägte, lässt sich in Otto Ritschls "Abstrakter Komposition" oder in den Werken Bernard Schultzes nachvollziehen. In dessen Materialassemblage "Grill-Migof" wird auf außergewöhnliche Weise informelle Malerei mit plastischen und collagierten Elementen zu einem kinetischen Objekt zusammengefügt, das die Besucher selbst in Bewegung bringen können.

In den 1950er und 1960er Jahren begannen einige Künstler, einen "Ausweg" aus der vorherrschenden Ungegenständlichkeit zu suchen. Parallel zur Pop Art-Bewegung in Großbritannien und den USA wandten sich auch deutsche Maler wieder der Gegenständlichkeit zu und machten die Ding- und Medienwelt zum Thema ihrer Werke. Zu ihren Protagonisten gehört der aus dem Oldenburger Land stammende Werner Berges, der zunächst in Bremen Gebrauchsgrafik studierte und sich dann nach einer Phase der informellen Malerei in Berlin eine eigenständige Position innerhalb der Pop Art erarbeitete. Seine Werke versprühen in ihrer Lässigkeit den Zeitgeist der Swinging Sixties und haben bis heute nichts von ihrer positiven Strahlkraft verloren.
Raumgreifend wirkt auch das Werk "Röhre 1/70" der Künstlerin Rune Mields, die in der präzisen, technischen Gestalt eines Rohrs die ideale Form für eine Raumbeschreibung fand.

Von der Rückbesinnung auf die Verbindlichkeit von geometrischen Formen zeugen schließlich die Werke der konstruktiven und konkreten Kunst. Anton Stankowskis "Farbbewegung I" oder Peter Kalkhofs "Centred Blue" bewegen sich an der Grenze zur angewandten Kunst und folgen grafischen Prinzipien, wie auch Heinz Liers, der mit seinen immer wiederkehrenden Formreihen einen Rhythmus von Wiederholung und Variation schafft. Mit zwei Objekten von Adolf Luther und Katinka Nicolai ist auch die Op Art vertreten, die als optische Kunst mit Hilfe abstrakter oder geometrischer Formen beim Betrachter überraschende optische Effekte erzeugt.

 

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