Von Nagel zu Nagel

Wie funktionieren Leihvorgänge im Museum?


Haben Sie sich schon mal gefragt, woher die Gemälde kommen, die in Sonderausstellungen gezeigt werden? Viele stammen aus der eigenen Sammlung, aber einige haben eine weite Reise hinter sich und werden speziell für die jeweilige Ausstellung ausgeliehen - oft von anderen Museen, manchmal auch aus privaten Sammlungen. Leihvorgänge sind also fester Bestandteil des Museumsalltags. Auch das Landesmuseum verleiht regelmäßig und zeitlich begrenzt Werke an andere Museen. Doch wie funktioniert der Leihverkehr?

Häufig beginnt ein Leihvorgang weit vor dem eigentlichen Verleih mit einem Leihgesuch. Wenn eine solche Anfrage eingeht, wird sie unter den Restauratoren und Wissenschaftlern besprochen: Wird das Werk gerade ausgestellt? Kann man es dennoch verleihen und welches andere Exponat kann während der Abwesenheit seinen Platz einnehmen? In welchem Zustand ist das Werk und kann es den Transport unbeschadet überstehen? Ein Restaurator untersucht das Werk. Angaben zum Bildträger, Malschichten, Rahmen, eventueller Verglasung usw. werden analysiert und festgehalten.

Soll ein Werk verliehen werden, wird der Leihvertrag erstellt. Die Kosten für Versicherung und Transport übernimmt der Entleiher. Sie stellen oft einen nicht unerheblichen Anteil der Kosten einer Sonderausstellung dar. Die Versicherung gilt "von Nagel zu Nagel". Ab dem Moment, wo das Gemälde im Landesmuseum von der Wand genommen wird bis zu dem Moment, in dem es dort nach seiner Rückkunft wieder aufgehängt wird. Der Leihvertrag regelt auch Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder Lichtstärke, denen das Exponat ausgesetzt sein darf.

Bei sehr wertvollen oder filigranen Objekten begleitet meist ein Kurier, also ein Mitarbeiter des Museums, den Transport. Die Exponate werden in sogenannten "Klimakisten" transportiert. Damit das Werk durch Temperaturschwankungen keinen Schaden nimmt, muss die Kiste vor dem Ein- bzw. Auspacken 24 Stunden in der Umgebung des Gemäldes stehen, um sich zu akklimatisieren. Der Zustand des Exponats wird stetig dokumentiert. So können eventuelle Beschädigungen genau nachverfolgt werden.

Objekte aus dem Landesmuseum werden nach ganz Deutschland verliehen, aber auch international, zum Beispiel nach Österreich, Belgien, Frankreich oder in die Niederlande. Im Januar geht das Gemälde "Trois Vieilles Femmes" von Jean Fautrier aus dem Jahr 1924 in das Musée d’Art moderne de la ville de Paris, wo es ab dem 26. Januar 2018 gezeigt wird. Ab dem 21. Januar 2018 zeigt die Nivaagaards Malerisamling in Dänemark unser Werk "Blumen und Früchte" des Malers Johan Laurentz Jensen von 1836. Die wohl weiteste Reise, die ein Werk aus der Sammlung des Landesmuseums hinter sich hat, führte 2013/2014 nach New York. Das Metropolitan Museum of Art lieh sich das Gemälde "Amor und Psyche" von Bartholomäus Spranger aus. Aktuell sind rund 25 Werke aus der Sammlung auf Reisen.

Unser Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie monatlich per E-Mail über aktuelle Ausstellungen, Veranstaltungen und Neuigkeiten des Landesmuseums.

Mit der Anmeldung erklären Sie sich einverstanden, dass das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg Ihre personenbezogenen Daten für den Erhalt des Newsletters verarbeitet. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen und die Löschung Ihrer Daten verlangen.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

HomeǀAnfahrt

Eintrittspreise:
6 €, 4 € ermäßigt
Kinder (7 - 17 Jahre): 1,50 €
Familienkarte: 10